Internet der Dinge und Big Data im Waschraum

Waschräume digitalisieren? Würde man im ersten Moment nicht denken, aber in der Tat gib es genug Use Cases. Zum Beispiel, nervt es sie nicht, wenn das WC-Papier aus ist?

Das Salzburger Unternehmen Hagleitner ist hier Vorreiter und hat ein großartige Lösung entwickelt. Umgesetzt ist sie bereits im neuen Rapid Stadion:

  • Seifen- und Papierspender werden mit Sensoren smart gemacht.
  • Ein Lichtschranke zählt die Ein- und Austritte in den Waschraum.
  • Die Daten werden auf einer Plattform in der Cloud ausgewertet.

Die Vorteile sind sehr umfangreich, für den Kunden und den Betreiber:

  • Das Personal muss nicht mehr schätzen, wann wo etwas nachzufüllen wäre. In Echtzeit wissen sie genau, wo Bedarf ist. Somit steht der Kunde nie mehr ohne Papier und Seife vor der Schüssel.
  • Die Verbrauchsdaten verbessern die Planbarkeit. Damit werden Nachbestellungen automatisiert und das Lager optimiert und verkleinert.
  • Das Reinigungspersonal kann ebenfalls besser koordiniert werden.

Hier noch ein Video von Hagleitner, wie das digitale Model funktioniert:

Quelle: https://futurezone.at/b2b/wie-eine-hygiene-firma-das-internet-der-dinge-nutzt/278.592.866

Mehr zu Hagleiter senseManagement: https://www.hagleitner.com/at/hagleitner-hsm/

IKEA Aufbauanleitung als AR App

IKEA behauptet, sie brauchen keine Unterstützungsmedien wie AR & Co für die Aufbauanleitung, da die Möbel so einfach gestaltet sind, dass man es ohne schaffen muss. Richtiger Zugang!

Quelle: Schaengel at the German language Wikipedia

Ein kanadischer Designer hat aber die IKEA Anleitungen verwendet und daraus eine Augmented Reality App erstellt.

Wie Sie funktioniert sehen Sie hier: https://www.dezeen.com/2018/03/23/ikea-assembly-made-easier-through-augmented-reality-app#

Der Nutzen ist aus unserer Sicht bescheiden:

  • Allgemein interessant ist die Schritt für Schritt Anleitung. Doch das ist eine Frage der Informationsaufbereitung (Usability) als eine des Mediums.
  • Die Manual am Handy zu haben, ist nützlich, spart Papier, …
  • Die Integration mit AR ist wenig hilfreich, wenn die App den Sollzustand nur auf deinen Boden projiziert.

Wesentlich interessanter sind die AR Anwendungen, wo ich mir ein Möbelstück aus dem Katalog aussuche und in meinem Raum projiziere und betrachten kann. Das hilft dem Kunden bei der Kaufentscheidung.

Sensorik in Flugzeugturbinen – hohe Performance und neue Geschäftsmodelle

Vier Milliarden Menschen weltweit nutzen Flugzeuge zur Fortbewegung. 2017 gab es vier Unfälle von Verkehrsflugzeugen. Die Folgen sind fatal, darum sind an die Technologie höchste Ansprüche gesetzt, um Ausfälle zu vermeiden.

Flugzeug Turbine

Ein wesentlicher Bestandteil sind die Flugzeugturbinen. Rolls Royce als der zweitgrößte Hersteller hat dazu das „Engine Health Management“ aufgebaut. Sensoren erzeugen Daten in Echtzeit und senden sie via Satellit an die Zentrale. Zum Beispiel kommen von einer Boeing 787 pro Flug ein halbes Terabyte Daten, z.B.

  • Motorparameter  wie Wellendrehzahlen und Turbinengastemperatur,
  • Schwingungsparameter aus den rotierenden Bauteilen,
  • etc.

Mehr dazu können Sie hier finden.

Nutzen und Vorteile

Mit der Datenerfassung und Auswertung werden maximale Verfügbarkeit und hohe Ausfallsicherheit garantiert.

Durch die Analyse des Verhaltens der Turbinen werden wichtige Informationen für die Weiterentwicklung gesammelt.

Geschäftsmodell „Pay per Use“

Sensorik spiel auch beim Geschäftsmodell eine wichtig Rolle. Rolls Royce verkauft die Turbinen nicht, sondern die Kunden bezahlen eine Gebühr pro Betriebsstunde (Pay per Use). Die Betriebszeit wird ebenfalls via Sensoren erfasst.

Der Kunde bekommt also nicht die Turbine selbst sondern die Leistung inklusive Überwachung und Wartung über die Lebensdauer. Daraus ergeben sich für ihn viele Vorteile:

  • Finanzielle Risiken und die notwendige Investition werden reduziert.
  • Betriebskosten sind planbar – die Kunden zahlen einen fixen Betrag pro Flugstunde.
  • Hohe Verfügbarkeit.

Rolls Royce selbst profitiert davon, da sie in der Wertschöpfungskette direkt zu den Fluglinien kommen und nicht über die Flugzeughersteller agieren müssen. Am Ende haben sich die Erlöse erhöht.

Mehr dazu hier:   http://www.zephram.de/blog/geschaeftsmodellinnovation/beispiel-servitization/.

Big Data im Marketing zur Reduktion der Kundenfluktuation

Der Mobilfunk- und Festnetzmarkt ist hart umkämpft. Es geht darum, Kunden zu halten. Die Aufgabe ist die Kundenabwanderung und Fluktuation zu reduzieren. Dazu muss man potentielle Abwanderer frühzeitig erkennen und durch gezielte Angebote ans Unternehmen binden.

Bei Telecom Italia basiert die Lösung auf Big Data, konkret durch die Analyse der Social Networks. Dabei werden alle Anruf- und SMS-Verbindungen analysiert und die Vernetzung der Benutzer aufgezeigt. Daraus ergeben sich Communities. Ebenfalls werden Leader identifiziert, die einen starken Entscheidungseinfluss auf ihr Umfeld haben.

Es werden Beziehungen von Nutzern zu Nutzern von externen Anbietern und vor kurzem gewechselte Nutzer analysiert. Daraus ergibt sich ein Risk Score zu Bewertung des Risikos, dass der Kunde den Anbieter wechselt.

Der Nutzen der Lösung ist

  • Identifikation von potentiellen Kunden.
  • Analyse Abwanderungsrisiko zur Anwendung von gezielten Werbemaßnahmen.

Durch die Anwendung von Big Data können somit sehr gezielt Marketingmaßnahmen gesetzt und auch hinsichtlich ihrer Wirkung gemessen werden.

Quellehttps://www.bitkom.org/noindex/Publikationen/2012/Leitfaden/Leitfaden-Big-Data-im-Praxiseinsatz-Szenarien-Beispiele-Effekte/BITKOM-LF-big-data-2012-online1.pdf

Mixed Reality zur Planung eines Treppenlifts

Zufällig haben wir wieder ein Beispiel von Thyssen Krupp gemeinsam mit Microsoft, aber es ist ziemlich cool.

Die Business Herausforderung: Customization. Da nahezu jede Treppe individuell ist, muss es daher auch der Treppenlift sein. Das heißt, individuelle Vermessung Vorort und individuelle Produktion.

Die Lösung – Mittels der Hololens wird

  • die Treppe vermessen,
  • simuliert – die Kunden können sie vorab betrachten und
  • die Daten werden für die Produktion erzeugt,
  • sowie Unterstützung beim Aufbau.

Damit sind von Beginn an alle Daten digital vorhanden durch alle Schritte des Kundenprozesses vom Auftrag bis zur Installation sowie Wartung.

Hier das Video dazu:

Big Data in Aufzügen – Innovation in der Wartung

Das Transportmittel Aufzug ist aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken und in jedem Gebäude ein Muss. Hohe Verfügbarkeit und Sicherheit sind die wichtigsten Anforderungen.

Bei Herstellern wie Thyssen Krupp werden Aufzüge mit Sensoren ausgestattet. 1,1 Millionen Aufzüge generieren jede Minute, 24 Stunden lang, 365 Tage im Jahr hunderte von Zustandsinformationen, die in Echtzeit in der Cloud gespeichert werden.  Die Daten werden für die Wartung und Reparatur analysiert und verwendet.

Das Konzept nennt sich predictive Maintenance bzw. auch preventive Maintenance.

Die Vorteile und Nutzen sind

  • Ferndiagnose – Einsparen von Zeit und Geld für z.B. Reisen.
  • Muster in Störungen und Ausfällen werden mittels Machine Learning erkannt.
  • Es wird errechnet, welche Teile präventiv ausgetauscht werden sollen, um Störungen und ungeplante Ausfälle zu vermeiden.
  • Dadurch wird die Verfügbarkeit signifikant erhöht und Wartungskosten reduziert.
  • Der Aufzug wird repariert bevor er stillsteht.

Bei Thyssenkrupp wurde die Innovation mittels einer kleinen Box, die die Daten erhebt, umgesetzt, in Kooperation mit Microsoft.

Links:

Schindler: https://digitales-wirtschaftswunder.de/aufzug-ins-iot/ 

Thyssen Krupp: https://www.thyssenkrupp.com/de/unternehmen/innovation/industrie-4-0/big-data-in-der-aufzugswartung.html